Wissenswertes über Vitamin D
Analyse, Lagerung und Versand der Vitamin-D-Proben
Neben älteren radioimmunologischen Analysen (RIAs) liegt das Schwergewicht des biochemischen Nachweises von Vitamin D in Europa derzeit im enzymatischen Bereich – alternativ werden HPLC (High-Performance Liquid Chromatography) und massenspektrographische Verfahren (LC-MS/MS) angewandt.
Im RIA wird Serum/Plasma mit einer fixierten Menge an 125J-markiertem 25-OH-Vitamin D3 kompetitiv unter Zugabe einer fixierten Menge Antikörper (häufig in vorbeschichteten Röhrchen) eingesetzt und nach Inkubation und Waschschritten abschließend im Gammacounter gemessen.
1,25-(OH)2-Vitamin D3 muss davor bei RIA und ELISA (EIA) über eine Extraktion von Proben und Kontrollen aufgereinigt werden, um andere Vitamin-D-Metaboliten zu entfernen und Kreuzreaktionen zu unterbinden.
EIAs (und ELISAs) nutzen bei den 25-OH- und 1,25-(OH)2-Vitamin-D3-Messungen Biotin-Avidin-Komplexe, die nach Bindung an spezifische Antikörper (häufig in vorbeschichteten Mikrotiterplatten oder Röhrchen) und einzelnen Waschschritten zu spezifisch messbaren Farbumschlägen führen. Die Farbintensität ist dann umgekehrt proportional zu der jeweiligen Vitamin-D3-Konzentration und kann entsprechend gemessen werden.
HPLC-Methoden werden in Großlabors besonders im US-amerikanischen Raum und zur Qualitätskontrolle verwendet, massenspektrographische Verfahren dienen zurzeit ebenfalls der Qualitätssicherung, werden in Zukunft aber breiteren Raum einnehmen, wenn die gleichzeitige Bestimmung von mehreren Vitamin-D-Metaboliten gefragt ist.
Lagerung und Versand der Proben
Verwendet werden Serum- und Plasmaproben je nach Hersteller (EDTA oder Heparin). Die Proben sollten rasch zentrifugiert und gekühlt gelagert werden, bei Langzeitlagerung empfiehlt sich mindestens eine Temperatur von -20 °C. Wiederholtes Auftauen und Einfrieren ist zu vermeiden. Da Steroide relativ inert sind, ist ein Versand in gekühltem Zustand gut möglich.
Quelle: SPECTRUM Osteoporose 1/2009
Univ.-Prof. Dr. Barbara Obermayer-Pietsch
Labor für Endokrinologie und Stoffwechsel, Medizinische
Universitätsklinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Nuklearmedizin, Universität Graz
Kontakt: Barbara Obermayer