Vitamin-D-Mangel

Mangelversorgung betrifft alle

Die einzig relevante Quelle der Vitamin-D-Versorgung ist die Sonne. Unser „Fortschritt“ im Lebensstil hat auch dazu geführt, dass wir vom natürlichen Tag-und-Nacht-Rhythmus zunehmend abkoppelt wurden. Die meiste Zeit verbringen wir in künstlich beleuchteten Innenräumen und, durch Beton und UVB-undurchlässiges Glas, abgeschirmt vom Licht der Sonne. Wir dehnen den Tag mithilfe künstlichen Lichts aus und machen bei der Schichtarbeit die Nacht zum Tag. Schließlich wird den Menschen von undifferenzierten „Fachleuten“ ständig eingetrichtert, dass Sonnenlicht vor allem schädlich sei, und dass wir uns nur durch konsequente Nutzung von Sonnenschutz mit ganz hohem Lichtschutzfaktor vor fürchterlichen Konsequenzen retten könnten.

Die dramatische Konsequenz: Zumindest im Winterhalbjahr, also im Zeitraum von November bis April, sind auf unseren Breitengraden der Großteil der Bevölkerung von einem Mangel betroffen. Dann haben beispielsweise 68 Prozent der deutschen Männer und 61 Prozent der deutschen Frauen einen Wert von unter 20 ng/ml. Bei Frauen im Alter von 65 bis 75 Jahren weisen sogar 73 Prozent einen solchen bedenklichen Mangel auf! Die Kinder und Jugendlichen in Deutschland weisen im Winterhalbjahr sogar 80 Prozent bei den Jungen und 79 Prozent bei den Mädchen einen Mangelwert von unter 20 ng/dl auf!

Besonders kritisch ist die Situation bei den Menschen, die aus „Sonnenländern“ in unsere nördlichen Breiten gezogen sind. Denn ihre dunklere Haut erschwert die Bildung von Vitamin D in der Haut. Noch kritischer wird die Situation, wenn auf Grund des Tragens von Kopftuch oder Schleier eine ausreichende Bestrahlung mit UVB über die Sonne weiterhin erschwert ist. Die Ist-Situation ist besorgniserregend: 75 Prozent der in Deutschland ansässigen Türkinnen und Türken haben Werte unter 20 ng/dl. Noch schlimmer: 30 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer haben sogar Werte unter 10 ng/dl. Bei Kindern und Jugendlichen mit Migrations­hintergrund, insbesondere bei türkischen, arabischen, asiatischen oder afrikanische Ursprungs, stellt man sogar bei 76 Prozent im Ganzjahresschnitt unzureichende Vitamin-D-Werte im Blut fest. Selbst im Sommerhalbjahr sind es im Mittel noch 65 Prozent.